5 wichtige Fakten über Gleitsichtbrillen

1. Wieso benötige ich irgendwann eine Gleitsichtbrille?

Unsere Augen sind generell in der Lage, zwichen Ferne (>4m) und Nähe (~40cm) auf alle Entfernungen scharf zu fokussieren. Dafür verändert die Augenlinse Ihre Brechkraft; sie wird für die Naheinstellung dicker, wie ein Lupenglas. Im Laufe der Jahre verliert unsere Augenlinse jedoch an "Spannkraft" und kann sich nicht mehr so stark verändern. Dann sehen wir irgendwann in der Nähe etwas unscharf; die meisten Menschen bemerken dies mit Anfang 40.

Nicht- Brillenträger greifen dann meist zuerst zur Lesebrille, Brillenträger lassen sich die fehlende Stärke meist direkt in eine kombinierte Fern- und Nahbrille einbauen, das ist dann ein Gleitsichtglas. Damit sind weit entfernte Gegenstände (Straßenschilder) und nahe Objekte (Handy) mit nur einer Brille scharf erkennbar.

 

2. Was sind Gleitsichtgläser?

1959 wurde das erste Gleitsichtglas erfunden. Vorher gab es nur die Möglichkeit, zwei Brillen im Wechsel zu tragen oder Bifokalgläser (diese haben ein eingesetztes Lesefenster im unteren Bereich). Der Nachteil daran war, dass mit beiden Varianten die mittleren Entfernungen -also alles zwischen 3m und 40cm- nie scharf zu sehen waren. Diese fehlenden Stärken werden im Gleitsichtglas mit eingebaut! Das Glas übernimmt also die Arbeit, die unsere Augenlinse nicht mehr schafft.

Das natürliche Sehen lässt sich allerdings nicht 100%- ig kopieren. So müssen wir bei der Gleitsichtbrille einiges beachten:

- zum lesen kann nur der untere Glasbereich genutzt werden (Kopf also beim lesen nicht nach unten senken)

- es gibt unscharfe Bereiche in den seitlichen Glasbereichen (der Kopf muss daher etwas mehr nach links und rechts

  mitbewegt werden)

- eine Umgewöhnung an das neue Sehen bedarf ein paar Tage Zeit; schließlich muss unser Gehirn nach 40 Lebensjahren

  seine Sehgewohnheiten ändern- geben Sie ihm diese Zeit 

 

3. Wieso gibt es so viele unterschiedliche Gleitsichtgläser? Welches ist für mich das Richtige?

Das erste Gleitsichtglas war noch nicht perfekt. Man konnte nur in wenige Glasbereichen scharf sehen und musste seinen Kopf sehr stark mitbewegen. Daher sind die Entwickler seit diesem ersten Glas stets auf der Suche nach besseren Lösungen, damit das Sehen mit der Brille dem "natürlichen" Sehen der ersten 40 Lebensjahre immer ähnlicher wird. Dabei werden vor allem immer mehr Messdaten eines einzelnen Brillenträgers berücksichtigt mit dem Ziel, möglichst große Flächen mit scharfer Sicht zu erhalten. Diese verschiedenen Entwicklungsstufen stellen die verschiedenen Komfortstufen dar und erklären die große Vielfalt an Gleitsichtgläsern.

Die Dioptrienwerte alleine machen also noch kein perfektes Glas! Für jede Fehlsichtigkeit, jeden Anwendungsbereich und jedes Gesicht mit dem entsprechenden Brillensitz ist eine andere Lösung passend! Dies alles ermittel ich mit Ihnen bei einem ausführlichen Beratungsgespräch. Eine Lösung, die für alle passt, gibt es nämlich nicht.

 

4. Muss ich die Gleitsichtbrille immer tragen?

Die Antwort ist ganz individuell!

Sie haben die Brille zur Eingewöhnung etwa vier Wochen fleißig getragen? Dann testen Sie anschließend einfach, wie Sie sich am wohlsten fühlen!

- Ihnen reicht es, die Brille nur bei Bedarf aufzusetzen? Dann nur zu!

- Oder fehlt Ihnen die Entspannung ohne die Brille? Dann lassen Sie sie lieber auf.

Für die Teilnahme im Straßenverkehr (auch als Fußgänger und Radfahrer) sollten Sie sich aber an die Empfehlungen Ihres Augenarztes/ Augenoptikers halten, denn hier wäre unscharfe Sicht ein erhöhter Risikofaktor!

 

5. Und wenn die Gleitsichtbrille doch mal nicht reicht?

Die Gleitsichtbrille ist ein gutes Allround- Talent und für den Alltag sicher die geschickteste Lösung. 

Aber wenn Sie länger oder gar im Bett lesen möchten (Stichwort Leseratte), wird eine extra Lesebrille immer bequemer sein.

Und am PC kann der Gebrauch der Gleitsichtbrille schnell Nackenschmerzen verursachen, da Sie für scharfe Sicht in etwa 80cm den Kopf anheben müssen. Hierfür stehen spezielle Bildschirmgläser zur Verfügung.

Auch ist bei manchen die Sehleistung irgendwann nicht mehr ausreichend für die kleine Schrift- dann können Lupen gute Hilfe leisten.

Eine Vorsorge beim Augenarzt sollten Sie zum Erhalt der Sehfähigkeit regelmäßig einplanen. Auch Ernährung und Nahrungsergänzung spielen eine Rolle.

 

Alle Fragen lassen sich in diesem Rahmen sicher nicht klären- vereinbaren Sie daher gerne Ihren persönlichen

Gleitsicht- Beratungstermin bei mir: 

                                                                    04231- 720 98 25